Drei Zylinder - hilft das wirklich sparen?

Komfortabel und sicher unterwegs: Das Fahrwerk des kleinen Kia bietet einen guten Kompromiss zwischen Komfort und Sicherheit.
Wie er aussieht: Mit zwei Worten gesagt - ganz nett! Der Picanto trägt eine markante Front zur Schau, aber der typische Kleinwagenauftritt lässt sich letztlich nicht ganz verleugnen. Anders innen, denn für ein preiswertes Fahrzeug dieser Klasse fällt das Interieur mehr als passabel aus.
Wieviel Platz er hat: Bei nur 3,60 Metern Länge sollte man nicht zu viel verlangen. Vorne sitzt es sich recht gut, man fühlt sich ganz und gar nicht eingeengt, und so gibt's da auch nichts zu meckern. Hinten geht es naturgemäß schon ein wenig eng zu. Und knapp 200 Liter Kofferraum sind auch nicht gerade die Welt.
Was er leistet: Ein Liter Hubraum, nur drei Zylinder - das reicht immerhin für 69 PS. In Sachen Durchzugsfreude sollte man aber nicht zu viel verlangen, fleißiges Schalten ist also angesagt.
Was er braucht: Relativ wenig. Der Normwert lautet 4,2 Liter Super je 100 km, bei uns waren es in der Praxis meist um die fünf Liter, auf längeren Autobahnetappen an die 6,5. Wer am Gaspedal auf Sparfuß macht, hat durchaus mal die "4" vor dem Komma stehen. Die Frage, ob drei Zylinder beim Sparen helfen, kann zumindest eingeschränkt mit "Ja" beantwortet werden.
Wie er sich fährt: "Wie ein Dreizylinder" halt. Die ungerade Anzahl an "Töpfen" hat stets einen etwas unruhigeren Motorlauf zur Folge. Vibrationen und Geräusche bleiben aber im Picanto erträglich. Im Cityverkehr fühlt sich der kleine Kia flink an, auf der Autobahn geht es naturgemäß nicht mehr ganz so flott voran, vor allem an längeren Steigungen geht dem stärker beladenen Picanto schon ein wenig die Puste aus. Lenkung, Schaltung, Taster/Hebel - alles noch im grünen Bereich! Zupackendere Bremsen wären aber nicht schlecht! Fahrwerte? Naja, (siehe Daten) eher bescheidener Natur.
Was er bietet: Erstaunlich gute Sitze beispielsweise, zumindest für ein Auto dieser Klasse. Und in Edition-Ausführung ordentliche Ausstattung. Etwa mit reichlich Airbags vorne, Zentralverriegelung, Colorglas, Lenkradhöhenverstellung, elektrischen Fensterhebern, geteilt umlegbarer Heckklappe und Klimaanlage. Nicht zu vergessen: Die üppige Garantie. Was fehlt: Ein Radio und - leider - der Schleuderschutz ESP.
Was er kostet: 10.390 Euro - nicht schlecht für einen so ordentlich ausgestatteten, sicher und komfortabel zu fahrenden, noch dazu fünftürigen Kleinwagen.
Was wir meinen: Ein kleineres Auto, das den Spagat zwischen Sparen und Fahren schlagen will. Das gelingt, wenngleich auch nicht in letzter Konsequenz, ganz gut.
Gerhard Windpassinger
Die Daten des Kia Picanto 1.0 Edition: Hubraum 998 ccm, Leistung 51 kW/69 PS, max. Drehmoment 95 Nm bei 3500/min; Höchstgeschwindigkeit 152 km/h, Beschleunigung 0-100 km/h 14,4 sec; Verbrauch/Norm 4,2 l/S je 100 km, CO2-Emission 99 g/km; Länge 3,60 m; Kofferraum 200 bis 870 l; Tank 35 l. Leergewicht 940 kg. Preis: 10.390 Euro.
Der preisgünstige Kia Picanto 1.0 im Test
Drei Zylinder - hilft das wirklich sparen?
Der Picanto tritt selbstbewusst auf
Die Frontpartie des neuen Kia Picanto fällt, zumindest für einen Kleinwagen, markant aus, der Wagen trägt Selbstbewusstsein zur Schau.
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